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Ebbe und Flut

Es gibt viele Dinge im Leben, die sich ganz wie die Gezeiten verhalten. Zumindestens idealerweise (später mehr). Auf viel folgt wenig, auf laut folgt leise, auf Anstrengung folgt Erholung und auf “positive” Gefühle folgen “negative”. Und damit sind wir beim Thema.

Gut und Gut

Nach meinem Empfinden gibt es keine “guten” und “schlechten” Emotionen. Emotionen sind und Emotionen sind wertvoll. Nicht nur sagen sie etwas über uns und zu uns, sie machen Freude. Spüren und Empfinden ist leben. Und eben diese Abwechslung, der Wechsel zwischen den verschiedenen Gefühlen macht mir Freude.

Es ist schön, Glück und Freude zu empfinden und zu leben. So soll das sein. Aber es ist ebenso schön Traurigkeit oder Einsamkeit zu spüren. Auch das soll sein.

Emotionen und dann auch noch das Leben

Es ist manchmal schwierig, vorallem, wenn man keine Zeit dafür hat oder diese Gefühle vorverurteilt. Traurigkeit, Wut und Einsamkeit sind alles keine “einfach zu genießenden” Emotionen, aber wenn man sich die Zeit nimmt, sie wahrzunehmen, zu schätzen, einfach nur zu spüren, dann können sie genauso schön sein, wie Freude oder was man sonst als “gute” Emotionen bezeichnet. Das große Meer der Traurigkeit, die Stille und das Selbst in der weiten Einsamkeit, die Kraft und Liebe in der Wut. Diese Dinge sind meistens gar nicht so weit voneinander entfernt.

Doch machen sie manchen Angst oder kommen unpassend. Es ist anstrengend, wenn man gerade beschäftigt ist und Trauer empfinden soll. Genauso ist es auch anstrengend, wenn man gerade glücklich ist und seine Steuererklärung machen muss. Manchmal ist die Zeit oder die Emotion ungelegen.

Manchmal sind die Phasen des Glücks oder der Traurigkeit auch so lange, dass sie anstrengend werden, wobei auch das mit der “falschen Zeit” zusammenhängen kann. Wenn ich mich gerade von meinem langjährigen und geliebten Partner getrennt habe, möchte ich vielleicht lange trauern. Es kann aber auch ein Indiz dafür sein, dass etwas wirklich aus der Balance ist. Das gilt für überschwängliche “gute” Gefühle, als auch für “schlechte” Gefühle. Was das konkret ist, muss jeder für sich (oder mit Hilfe) herausfinden.

Ich glaube, es ist wichtig, sich ab und zu die Zeit zu nehmen, wirklich in den Emotionen aufzugehen. Sie zu ergründen, zu schauen, woher sie kommen, wie sie sich anfühlen und was sie mit einem machen und sie einfach mal zu genießen. Um sie dann auch wieder ziehen zu lassen.

Denn sie gehen.

Und sie werden wieder kommen!

Das ist der Fluss. Die Ebbe und die Flut.